Cartoon Bild zeigt Knolle in bunt umgeben von Gemüse und anderen natürlichen Farbstoffen

Farbstoffe – Wirkung, Verwendung und Kennzeichnung

Schnellinfo:

  • Kennzeichnung: 1 – „mit Farbstoff“ oder Angabe der E-Nummer (E100–E180)
  • Wirkung: Verleiht Lebensmitteln Farbe oder gleicht Farbverluste aus
  • Vorkommen: Limonaden, Süßwaren, Fruchtjoghurt, Speiseeis, Backwaren, Käse, Fertiggerichte
  • Arten: natürliche und synthetische Farbstoffe
  • Besonderheit: Einige Farbstoffe können bei empfindlichen Personen Unverträglichkeiten auslösen

Was sind Farbstoffe?

Farbstoffe sind Lebensmittelzusatzstoffe, die gezielt eingesetzt werden, um Lebensmitteln eine bestimmte Farbe zu verleihen oder deren natürlich Farbe zu verändern.

Man unterscheidet zwei Hauptarten:

Natürliche Farbstoffe
Sie werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Quellen gewonnen.

Zum Beispiel:

  • Curcumin aus Kurkuma
  • Carotin aus Karotten
  • Rote-Bete-Farbstoff
  • Cochenillerot aus Schildläusen

Synthetische Farbstoffe
Diese werden künstlich hergestellt und zeichnen sich durch eine besonders stabile und intensive Farbwirkung aus.

Beispiele sind:

  • Tartrazin (E102)
  • Gelborange S (E110)
  • Allurarot (E129)

Was bewirken Farbstoffe?

Farbstoffe wirken vor allem auf die optische Wahrnehmung von Lebensmitteln und beeinflussen, wie wir ein Produkt einschätzen.

Sie sorgen dafür, dass:

  • Farbverluste ausgeglichen werden (z.B. durch Verarbeitung oder Lagerung)
  • Farben intensiver wirken (Produkte erscheinen frischer oder hochwertiger)
  • eine gewünschte Farbe entsteht (z.B. bei Getränken oder Süßwaren)
  • Produkte gleichmäßig aussehen (unabhängig von natürlichen Schwankungen)

Ein wichtiger Punkt dabei:
Die Farbe beeinflusst unsere Erwartung an den Geschmack. Ein rotes Getränk wird beispielsweise automatisch mit Beeren oder Kirsch verbunden.

Wo kommen Farbstoffe vor?

Farbstoffe werden vor allem in verarbeiteten Lebensmitteln eingesetzt, bei denen das Aussehen eine wichtige Rolle spielt.

Typische Beispiele sind:

  • Limonaden und Getränke
  • Süßwaren und Bonbons
  • Fruchtjoghurt, Speiseeis und Desserts
  • Backwaren
  • Käse
  • Fertiggerichte

Viele dieser Produkte wären ohne Farbstoffe deutlich blasser oder uneinheitlich gefärbt.

Wie werden Farbstoffe gekennzeichnet?

Farbstoffe müssen in der Zutatenliste angegeben werden. Die Kennzeichnung erfolgt entweder durch:
– den Namen des Farbstoffs
– oder durch die E-Nummer

Typische Beispiele sind:

  • E100 – Curcumin
  • E120 – Cochenillerot A
  • E160a – Carotin
  • E162 – Rote-Bete-Farbstoff
  • E163 – Anthocyane

Für bestimmte synthetische Farbstoffe ist zusätzlich folgender Hinweis vorgeschrieben: „Kann Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern beeinträchtigen“

Wie wirken sich Farbstoffe auf den Menschen aus?

Die meisten zugelassenen Farbstoffe gelten in den verwendeten Mengen als unbedenklich. Dennoch kann es bei empfindlichen Personen zu Reaktionen kommen.

Mögliche Auswirkungen sind:

  • Unverträglichkeiten oder allergieähnliche Reaktionen
  • Hautreaktionen oder Magen-Darm-Beschwerden
  • Bei bestimmtem Farbstoffen: Einfluss auf Aktivität und Aufmerksamkeit bei Kindern

Besonders synthetische Farbstoffe stehen dabei häufiger im Fokus.

Wissenswertes: Cochenillerot, ein Farbstoff mit Geschichte

Der Farbstoff Cochenillerot A (E120) wird aus der Cochenille-Schildlaus gewonnen, die auf Kakteen in Mittel- und Südamerika lebt. Die Läuse werden getrocknet und zu einem intensiven roten Farbstoff verarbeitet. Dieser wird seit Jahrhunderten verwendet, zum Beispiel in:

  • Fruchtjoghurts
  • Süßwaren
  • Getränken
  • Kosmetikprodukten

Bereits bei den Azteken und Inka war Cochenille ein begehrter Farbstoff. In Europa wurde er später zu einem wertvollen Handelsgut und galt zeitweise sogar kostbarer als Gold.

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