Geschwärzt – Wirkung, Verwendung und Kennzeichnung
Schnellinfo:
- Kennzeichnung: 10 – „geschwärzt“
- Wirkung: Verleiht Lebensmitteln eine dunkle bis schwarze Farbe
- Vorkommen: Vor allem Oliven, selten andere Lebensmittel
- Stoffe: Eisen-II-Gluconat (E579), Eisen-II-Lactat (E585)
- Besonderheit: Farbe entsteht nicht durch Reifung, sondern durch Behandlung
Was bedeutet geschwärzt?
Der Hinweis bedeutet, dass ein Lebensmittel künstlich dunkel gefärbt wurde. Die Farbe entsteht durch den Einsatz bestimmter Stoffe, die die Eigenfarbe des Produkts verändern.
Was bewirkt das Schwärzen?
Beim Schwärzen reagieren bestimmte Eisenverbindungen mit den natürlichen Inhaltsstoffen des Lebensmittels.
Dadurch entsteht:
- eine gleichmäßige schwarze Farbe
- ein optischer Eindruck von Reife und Qualität
Besonders bei Oliven handelt es sich häufig um grüne, unreife Früchte (Oliven = Steinfrüchte), die nachträglich geschwärzt wurden.
Wo kommt „geschwärzt“ vor?
Die Kennzeichnung findet sich fast ausschließlich bei Oliven (vor allem in Konserven oder Gläsern), vereinzelt auch bei Feinkostprodukten oder verarbeiteten Lebensmitteln , bei denen eine dunkle Farbe gewünscht ist.
Wie wird „geschwärzt“ gekennzeichnet?
Lebensmittel müssen den Hinweis „geschwärzt“ tragen, wenn diese Behandlung angewendet wurde.
Zusätzlich werden die verwendeten Stoffe in der Zutatenliste angegeben, meist:
- E579 Eisen-II-Gluconat (bei Lebensmitteln nur für Oliven zugelassen)
- E585 Eisen-II-Lactat
Für Eisensalze gilt eine Höchstmenge von 150 mg Eisen pro Kilogramm Lebensmittel.
Wie wirkt sich „geschwärzt“ auf den Menschen aus?
Die eingesetzten Stoffe gelten in den verwendeten Mengen als gesundheitlich unbedenklich.
Der Hinweis dient daher vor allem der Transparenz, nicht der Warnung. Er soll Verbrauchern ermöglichen zu erkennen, dass:
- die Farbe künstlich verändert wurde
- das Produkt nicht natürlich gereift ist
Wissenswertes: Woran kann ich geschwärzte Oliven erkennen?
Geschwärzte Oliven erkennt man oft daran, dass sie gleichmäßig tiefschwarz gefärbt sind.
→ Natürlich gereifte Oliven sind meist dunkelbraun, violett oder fleckig und unterscheiden sich in ihrer Farbe.
→ Das liegt daran, dass bei der künstlichen Schwärzung Eisenverbindungen mit Sauerstoff reagieren und die Oliven gleichmäßig durchfärben.
→ Ein weiterer Unterschied zeigt sich im Geschmack, dieser ist bei geschwärzten Oliven häufig milder, da sie aus unreifen, grünen Oliven hergestellt werden, die weniger Bitterstoffe enthalten.
Zusatzwissen: Bei der Herstellung geschwärzter Oliven kann unter bestimmten Bedingungen auch Acrylamid entstehen, insbesondere durch die Kombination aus Schwärzung (Oxidation mit Eisenverbindungen) und anschließender Erhitzung (zur Haltbarmachung). Natürlich gereifte Oliven sind davon in der Regel weniger betroffen.
