Geschwefelt – Wirkung, Verwendung und Kennzeichnung
Schnellinfo:
- Kennzeichnung: 7 – „geschwefelt“ oder E-Nummern (E220–E228)
- Wirkung: Schützt vor Verderb, verhindert Braunfärbung und erhält Vitamine
- Vorkommen: Trockenfrüchte, Wein, Fruchtsäfte, Kartoffelprodukte, Meerrettich
- Grenzwert: Kennzeichnung ab 10mg/kg oder 10mg/l
- Besonderheit: Kann bei empfindlichen Personen (z.B. Asthmatikern) Reaktionen auslösen
Was bedeutet geschwefelt?
Geschwefelt bedeutet, dass ein Lebensmittel mit Schwefeldioxid (E220) oder Sulfiten (E221–E228) behandelt wurde. Diese Stoffe gehören zu den Konservierungs- und Antioxidationsmitteln und werden eingesetzt, um Lebensmittel vor dem Verderb zu schützen und ihre Qualität zu erhalten.
Was bewirkt Schwefeln?
Schwefelverbindungen wirken auf verschiedene Weise gleichzeitig:
- Hemmung von Mikroorganismen → verhindert Wachstum von Bakterien, Hefen und Schimmel
- Schutz vor Oxidation → verhindert Braunfärbung und Geschmacksveränderungen
- Erhalt von Vitaminen → empfindliche Nährstoffe bleiben länger stabil
Dadurch bleiben Lebensmittel länger haltbar, optisch ansprechend und geschmacklich stabil.
Wo kommt geschwefelt vor?
Es sind vor allem Produkte, die länger haltbar sein sollen und die empfindlich auf Sauerstoff reagieren.
Typische Beispiele sind:
- Trockenfrüchte (z.B. Aprikosen, Rosinen)
- Wein und Traubensaft
- Meerrettich
- Fruchtzubereitungen und Konserven
- Kartoffelprodukte (z.B. Püreepulver)
Wie wird geschwefelt gekennzeichnet?
Die Kennzeichnung erfolgt durch:
– den Hinweis „geschwefelt“
– oder durch die entsprechenden E-Nummern (E220–E228)
Die Kennzeichnung ist verpflichtend, wenn der Gehalt über 10 mg/kg oder 10mg/l liegt.
Wie wirkt sich geschwefelt auf den Menschen aus?
Für die meisten Menschen sind geschwefelte Lebensmittel in den zugelassenen Mengen unbedenklich. Bei empfindlichen Personen kann es jedoch zu Reaktionen kommen:
- Atembeschwerden (besonders bei Asthmatikern)
- Hautreaktionen
- Magen-Darm-Beschwerden
Dabei handelt es sich meist nicht um eine klassische Allergie, sondern um eine Unverträglichkeit gegenüber Sulfiten.
Wissenswertes: Warum getrocknete Aprikosen so orange sind
Getrocknete Aprikosen wären ohne Schwefelzusatz nicht leuchtend orange, sondern eher braun bis dunkel.
Der Grund:
Beim Trocknen reagieren natürliche Inhaltsstoffe mit Sauerstoff und verfärben sich. Durch das Schwefeln wird dieser Prozess gestoppt, die Früchte behalten ihre auffällige Farbe und ein frisches Aussehen.
Das bedeutet:
Die Farbe sagt nicht unbedingt etwas über die Frische aus, sondern oft über die Behandlung des Produkts.
